Wo die Liebe hinfällt


Der Frühling ist da und es ist wieder Zeit sich zu verlieben. Aber vergesst Dating-Apps wie Tinder & Co. Oder vielleicht auch nicht ?

Nun, es ist so eine Sache mit diesen Apps. Wir alle haben eine Traumvorstellung, wie der perfekte Mann oder die perfekte Frau sein soll. Er soll gross sein, Sixpacks haben, gut gebaut und bestückt sein, das grosse Geld verdienen. Sie soll schlank sein, einen grossen Vorbau haben und einen knackigen Hintern usw.

Wieso nicht einfach alle Erwartungen beiseite legen und es auf sich zukommen lassen? Manche sind so sehr auf diese Dating-Apps fixiert, dabei vergisst man oft, was in der virtuellen Welt vorgespielt und was wirklich echt daran ist. Im Netz ist es viel einfacher jemanden kennen zulernen. Man ist anonym, hat ein cooles, gefiltertes Profilbild und einen ein Profiltext, der manche Besucher aus den Socken haut. Doch wieviel daran ist echt ? Dann gibt es noch solche «Opfer», die irgendein Foto von einem Typen oder einer Frau ins Netz stellen, die gar nicht zu ihrer echten Persönlichkeit passen. Dann flirtet man mit der Person, welche sich im Endeffekt als Fake oder als „catfished“ entpuppt.

Ein sogenannter „Catfish“ ist eine Person, die im Internet vorgibt, jemand anderes zu sein. In einer Sendung auf MTV besuchen die beiden Moderatoren Nev Schulman und Max Joseph Leute, die sich in einen „Catfish“ verliebt haben oder schon in einer Beziehung mit so einer Person sind, sie jedoch noch nie getroffen hat. Die Moderatoren werden von diesen Leuten um Hilfe gebeten, um festzustellen, inwiefern das Onlineprofil und die Textnachrichten dabei der Wahrheit entsprechen. Anschliessend arrangieren sie ein Treffen, und dann kommt die bittere Wahrheit. Die ganze Chat-Romanze fällt ins Wasser, man wurde verarscht.

Ich selber benutzte auch Dating-Apps wie Tinder, Scruff oder GrindR. Doch wozu diese Dating Apps ? Sind wir schon so asozial geworden, dass wir uns nicht mehr in der richtigen Welt getrauen, jemanden anzusprechen ?


Früher lernte man sich in den Clubs, auf der Strasse oder im Supermarkt kennen. Oder an Bartheken oder über Privatpartys bei Freunden. Wenn ich mich heute in den Bars oder Clubs umschaue, sehe ich oft Leute, die die ganze Zeit auf ihre Handydisplays starren, ohne dabei zu achten, wer vielleicht vor ihnen steht.

Die Chance, dass man den Einen, Richtigen über eine App kennenlernt, ist klein aber nicht ausdenkbar. Sag niemals nie. Es gibt Apps, bei denen ist es vorhersehbar, dass man nur auf schnelle Nummern (One Night Stands) aus ist. Wie bei den Gays z.B GrindR. Mit dem DatingApp „Badoo“ kann ich mich weniger anfreunden. Wer dort ein Profil hat, muss damit rechnen dass er/sie von jedermann angeschrieben wird. Scruff funkioniert ähnlich wie GrindR. Allerdings steht die Vorliebe zum haarigen Mann (Bear Community) mehr im Vordergrund.

Es gibt heutzutage unzählige Dating Apps. Allerdings scheinen nur wenige das Potenzial zu haben, das eine richtige Dating-App ausmacht. Sofern man nicht ein Abo dafür zahlt. Dating Seiten wie „Die Partnership“, „E-Darling“ oder „Elite Partnership – Partnersuche mit hohem Niveau“ (was ich schon für einen total bescheuerten Titel halte) sagen mir nichts und sind ausserdem eine grosse Abzockerei.

Man hört zwar immer wieder in der Werbung: Finde den Partner kostenlos im Netz. Bullshit. Das Profil erstellen ist kostenlos – JA. Aber wer einen anschreiben will, muss dafür zahlen, und das ist nicht günstig. Wieso man für die Liebe bezahlen muss, ist für mich eigentlich unvorstellbar.

Deshalb mein Tipp: Finger weg von solchen Dating-Seiten. Man kann durchaus seinen Traummann / seine Traumfrau über Apps finden, sollte allerdings nicht zu sehr darauf fixiert sein.

Es gibt Zufälle. Und so war es auch bei mir. Seit meiner letzten Kurzromanze hatte ich sowas von genug von all diesen überflüssigen, langweiligen Chats oder Kurzdates. Ich hatte die Nase voll und habe kurzerhand alle Dating-Apps, die ich auf dem Handy hatte, gelöscht.

Alle bis auf Tinder.

Die Neugier war stets da, und ich wollte ein letztes Mal mir selber eine Chance geben. Vielleicht, aber nur vielleicht, ist da ja jemand, der mir gefallen würde. Also wisch ich mit dem Finger über den Display. Nach links: Nein, nö, gefällt mir nicht. Klingt alles sehr oberflächlich. Kein Typ, der mir gefallen hat. Next one. Wieder nicht, wohnt zu weit weg, lebt in einer offenen Beziehung. Das waren solche  auch Ausreden, die mir durch den Kopf gingen. Alles nicht mein Typ. Und dann: Stop! Halt!! Oh, der sieht nett aus. Aber bevor ich nach links (für Nein) oder rechts (Ja, gefällt mir) wische, liess ich mir Zeit und verliess die App.

Am nächsten Tag ging ich erneut auf Tinder. Und da war er. Ich musterte sein Profil genau. Sieht nett aus. Aus Basel. Mein Bauch sagt mir: Gib ihm eine Chance. Vielleicht ergibt sich was. Und wenn nicht, hast du es versucht und kannst die App ganz löschen. Gesagt, getan. Zwei Tage später kam eine Antwort. Wir haben uns hin und her geschrieben, ich musste zwischendurch mal schmunzeln und es kam zu einem Treffen.

Heute muss ich sagen, hätte ich die App gelöscht, wär ich meinem Traummann nie über den Weg gelaufen. Wir hätten uns nie getroffen. Zufall ? Weiss nicht. Vielleicht Schicksal ? Ich sage mir oft: Gib niemals auf. Never give up on Love. Meistens, passiert es genau dann, wenn man es am wenigsten erwartet.

Also ,wenn ich oben schrieb „Finger weg von solchen Apps“, stimmt das vielleicht auch nicht ganz.

Was will ich mit diesem Beitrag sagen ?

Man soll nicht krampfhaft nach dem perfekten Mann oder der perfekten Frau suchen. Wer sucht, wird nie fündig sein. Wer zu viele Erwartungen mit sich trägt, wird am Ende nur enttäuscht. Geniesse das Leben und lass dich überraschen. Was mir passiert ist, passierte auch einer Kollegin von mir. Vor 4 Jahren hat sie ihren Traummann auf Tinder kennenglernt und diesen Sommer werden sie nun heiraten. Gilt nicht für jedermann, klar. Aber wer weiss. Sachen passieren und solange man die Hoffnung nicht verliert und an sich glaubt, kann alles passieren.

Hier sind meine 3 Tipps, wo man sich am besten kennenlernen kann im realen Leben:

  1. Geh raus und vergnüge dich. Sei es in einem Club mit deinen besten Freunden. Ein Wing-Mann oder eine Wing-Frau kann dir dabei nützlich sein, wenn du jemanden siehst, der dir gefällt, aber du nicht den Mut hast, ihn anzusprechen – dazu sind Freunde da 😉
  2. Supermarkt. Okay, dass klingt eventuell ein bisschen verrück. Aber ich habe auch schon einige coole Leute im Migros oder Coop kennengelernt, als ich nach einem Gemüse greifen wollte und der andere auch grad diese Aubergine haben wollte. Es ist vielleicht peinlich zu Beginn. Dann überlässt dem anderen den Vortritt oder umgekehrt, man kommt ins Gespräch und vielleicht werden die Nummern ausgetauscht. Just try.
  3. Dasselbe gibt übrigens auch im Starbucks. Gefällt dir jemand, schreib eine kleine Message auf deinen Becher, hinterlasse deine Nummer und stell ihm den Becher auf den Tisch oder übergibt ihn einem Barista – und wenn er/sie sich meldet – Lucky You. Ich war selber mal Barista bei SBux und durfte bei einigen Kunden den Amor spielen 😉

Fazit: Lass die Liebe auf dich zukommen. Geniesse das Leben mit deinen Freunden und lass deine Dating-Apps fürs Erste auf der Seite. Schau rein, wenns passt und wenn nicht. Sei nicht enttäuscht. Der/die Richtige wird kommen. Never give up on Love.

All the best xoxo James

 

picture source: yourstory.com, justinecultureandsociety,kosmo, vocaktiv, amp.
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3 Kommentare zu “Wo die Liebe hinfällt

  1. Interessanter Beitrag. Ich habe meine grosse Liebe über okCupid kennengelernt und wir sind heute seit 5 Jahren zusammen und haben eine gemeinsame Tochter. Es stimmt, Zufälle entstehen und man weiss nie wer hinter dem Profil sich verbirgt. Mach weiter so. Mir gefällt dein Schreibstil und lass dich von niemanden einreden. Du machst das gut. Viel Erfolg mit deiner grossen Liebe.

  2. Toll gschriebe und schön dass du endlich verliebt bisch. Isch langsam zyt worde 😀

    En liebe Gruess Kati

  3. Ich bin seit 30 Jahren mit meiner Frau verheiratet und sind verliebt wie am ersten Tag. Das Internet gab es nicht. Wir haben uns Briefe geschrieben, auf Musikkassetten jeweils eine Nachricht aufgenommen und einander zu geschickt. Dass waren noch Zeiten. Heute ist alles viel einfacher aber auch unpersönlicher. Alles muss zack-zack gehen 😛

    Hast aber gut geschrieben, mein Sohn. Bin stolz auf dich. Nur weiter so.

    Dein Papi

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