Between the Lines: the Story Behind London James


Vorbilder. Jeder hat eines. Oder zumindest jemanden, den man persönlich bewundert.

Mein Vorbild ist Victoria Beckham. Als sie noch ein Spice Girl war, erzählte sie in einem Interview, dass sie so berühmt sein möchte, wie das Spülmittel Persil. Heute ist sie eine der gefragtesten Mode Designer der Welt und hat ihren Erfolg durch harte Arbeit verdient. Und ich ?

Ich stehe noch immer am Anfang der ersten Seite. Mein Leben wurde stark mit Filmen aus den 80er Jahren geprägt. Ich wollte so cool sein wie Danny Suko bei Grease oder das Tanzbein schwingen wie Johnny Castle bei Dirty Dancing. Aber ich war ein Nobody wie jeder andere. Ich hatte ein Ziel: berühmt zu werden und meine eigenen Texte zu veröffentlichen. Schon seit meiner Kindheit führte ich ein Tagebuch. Ich schrieb alles auf. Meine Gefühle, meine Gedanken, wie meine Zukunft aussehen würde. Meine Wünsche und Träume, eingeschlossen in einem kleinen buch mit einem Schlösslein. Dass ja niemand eine Seite davon zu Gesicht bekommt!

being different…

Ich wollte anders sein als die anderen. Als einziger Asiate in einem kleinen Dorf aufzuwachsen und noch dazu schwul zu sein, war nicht einfach. Ich hatte keine Freunde. Ein Einzelgänger könnte man sagen. Auf den Pausenplätzen wurde ich beschimpft, bespuckt oder auf dem Nachhauseweg von den älteren Schülern verfolgt, die mich verhauen wollten. In der Sekundarschule nannten sie mich „Frauenheld“ weil ich bei den Mädels gut ankam. Meine Gefühle hab ich weiterhin in ein Tagebuch geschrieben und mich dann eines Tages gefragt, was wäre wenn es da draussen noch jemand anderes gibt, der das Gleiche durchmacht wie ich.

Once upon a Night….

Als ich eines Abends gelangweilt vor dem Fernseher rumzappte, blieb ich bei „Sex and the City“ hängen. Vier Freundinnen, die offen über Sex reden und kein Blatt vor den Mund nehmen. Besonders von Carrie war ich begeistert. Und dann kam mir die grosse Idee: Wieso nicht einen Blog schreiben und meinen Alltag schildern und vielleicht anderen Leuten mit Tipps über das leben weiterhelfen? Ich bin von Natur aus ein hilfsbereiter Mensch und gebe anderen gern etwas. Manchmal sorge ich mich mehr um andere, als um mich selbst. Mein erster Blog umfasste mehr über mein Leben und lief nur mässig. Bei Sex and the City ging’s hauptsächlich um Sex und dabei die grosse Liebe zu finden.

Also fing ich an über mein Liebesleben zu schreiben und war überrascht, dass es nun plötzlich Leute gab, die sich tatsächlich dafür interessierten. Sieben Jahre sind nun her und mein kleiner Blog entpuppt sich langsam, Schritt für Schritt zu einem kleinen Erfolg. Doch berühmt bin ich dadurch nicht. Man kennt mich zwar und ich durfte mich bei einigen kleineren Filmprojekten beteiligen, aber das war’s dann auch schon.

Ich konnte mein soziales Netzwerk erweitern und bin mit ein paar Prominenten aus der kleinen Schweiz befreundet. Doch was ist das schon, ich behandle „Promis“ wie alle anderen. Schliesslich sind das auch nur Menschen, die wie alle anderen Fehler machen, im Lift furzen und ab und an in der Nase bohren. Also, alles nur halb so wild. Berühmte Menschen sind für mich Leute, die etwas auf dieser Welt bewirkt haben. Menschen wie Nelson Mandela, zu denen wir aufschauen und sie bewundern. Leute, sie etwas wertvolles geleistet haben.

Jealousy.

Klar gibt es immer wieder Neider. Solche, die mir meinen kleinen Erfolg nicht gönnen und mich mit fiesen Feedbacks attackieren und fragen, wieso jemand der sich „LondonJames“ nennt, eine gefragte Person sei. Ich werde an VIP Events eingeladen und wozu? Nun, ich kann euch versichern dass ich mich nicht speziell fühle, nur weil ich zu solch einem Anlass gehe, ich mache auch nur meine Arbeit, indem ich den Event besuche und darüber schreibe. Ich werde weder dafür bezahlt noch kann ich von meinem Blog leben. Ein Glück hab ich noch meinen regulären Job, als Nanny wo ich meine Brötchen verdiene. Um mit dem Blog erfolgreich und gut bezahlt zu werden, müsste ich entweder ein Promi-Blogger sein wie Perez Hilton oder eine erfolgreiche Fashion Bloggerin, wie Kristina Bazan von Kayture. Aber ehrlich gesagt, will ich das gar nicht. Lieber klein aber fein.

Ich schreibe über den Lifestyle in Zürich und gebe weiterhin Tipps in Sachen Liebe, Sex und Beziehungen. Im Gegensatz zu Carrie, die nach 7 Jahren ihren Mr. Big getroffen hat, bin ich noch immer Single. Es ist nicht einfach.

Männer & andere Katastrophen

In meinen vergangenen Jahren habe ich unterschiedlichste Menschen getroffen. Tolle Männer, mit denen ich wunderschöne Zeiten verbracht habe und auch solche, die ich am liebsten auf den Mond schiessen* würde (* Carrie Bradshaw, lässt grüssen ab 1:22 so erging’s mir an Neujahr 2013). Anyway…

Das gehört auch dazu. Das Leben ist kein Ponyhof. Irgendwann verliert man schnell die Lust jemanden zu daten, wenn man stets verarscht wird und verkriecht sich in seine eigene kleine Welt um nicht verletzt zu werden.

Meine letzte, richtige Beziehung ist 12 Jahre her. Seither hat sich nicht wirklich viel in meinem Liebesleben geändert. Hier und da ein paar Techtelmechtel, Affären.. doch nie wurde was Ernstes daraus. Entweder liegt es an mir, weil der Zauber verflogen ist oder dann wird mir verheimlicht dass man(n) eigentlich in einer anderen Beziehung ist und ich quasi als Lückenfüller gerade gut genug bin. Viele Freunde denken, mein Leben sei perfekt, wie es auf dem Blog erscheint. Doch der Schein trügt.

Es gibt Tage, da will man einfach alles fallen lassen und abhauen. Neu beginnen. Irgendwo, wo dich kein Schwein kennt.

Ich musste viele schmerzliche Erfahrungen machen, habe sehr viele gute Freunde verloren die an Aids starben, Verwandte die von uns gegangen sind oder sich das leben nahmen, weil sie nicht damit umgehen konnten. Wie schon erwähnt, hatte ich als Teenager kaum Freunde. Und selbst wenn ich mich den anderen anpasste, vorspiele jemand besseres zu sein, half das nicht weiter.

Coming Out Story…

Erst als ich die Handelsschule in Zürich besucht habe. Ich outete mich vor der Klasse und die haben es angenommen, als wäre dies völlig normal und ich wurde akzeptiert. Auf dieses Gefühl, akzeptiert zu werden hatte ich lange gewartet. Selbst mein Coming Out mit 16 vor meiner Familie, war nicht so easy wie bei anderen Freunden. Ich komme aus einer Grossfamilie, die einen starken christlichen Glauben teilen und als einziger schwuler Mann hatte ich es da nicht leicht. Einziger Trost waren meine Grosseltern, die meinten so lange ich glücklich bin damit, seien sie es auch. Mittlerweile stehen meine Eltern sowie meine Schwester hinter mir und ich kann mich glücklich schätzen. Deshalb unterstütze ich auch die Gay Community in der Schweiz. Jungen Gays beim Coming Out weiterzuhelfen, wo es geht.

Was die Liebe betrifft…

…habe ich mich gut damit abfinden können alleine zu sein. Ich habe längst aufgegeben, nach dem Mann fürs leben zu suchen. Der Richtige wird schon kommen und sonst hat man gute Freunde, die mein Leben bereichern. Ich hatte ein aufregendes Leben, mit vielen hoch’s und tief’s und stets hab ich mich durchgekämpft und mich beweisen müssen, dass ich anders bin als die anderen, bei Asiaten war es früher sowieso schwierig. Immer wird man mit dem Klischee konfrontiert, dass die nur gut für Sex sind. So traurig dass nun auch klingen mag. Ich weiss, dass ich auf den ersten Blick arrogant wirke, weil ich so zurückhaltend bin und nicht gerne laut und fröhlich meine Laune zur Schau stelle. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mir zu viele Gedanken mache, was die Zukunft bringt.

Und zur Frage, wer ist LondonJames ?

Ich bin ganz einfach, der Typ von nebenan mit kleinen Träumen. Träume wie ein Buch zu veröffentlichen, ASL (American Sing Language)  zu beherrschen, eine Kunstgallerie zu eröffnen um junge, talentierte Künstler zu fördern und wer weiss, eines Tages vor dem Altar stehen mit meinem Mr. Big und zwei goldene Retriever , die ich liebevoll „Will & Grace“ nennen werde.

xoxo LondonJames

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Ein Kommentar zu “Between the Lines: the Story Behind London James

  1. Hoi James. Ich verfolge din Blog sit 2 Jahr und finde dich eifach super. Blib witerhin so wie dBisch und mach witer so. Es git zwar so vieli Bloggers ide zwüscheziit aber us mine sicht, bisch de Einzig Gay Blogger wo’s echt wert isch, für eusi Community. Mach wiiter so.

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