Verliebt in Berlin


Da steh ich nun. Mitten in Berlin. Mein Flug von Zürich nach Berlin verlief problemlos und ich hatte das Glück, neben einem sehr attraktiven Kerl zu sitzen, während mein Begleiter Werner beim Notfall sitzen musste. (der Arme).

Das Wetter in Berlin war sehr sonnig und es fühlte sich an, als wäre ich zu Hause. Vom Flughafen Tegel haben wir den öffentlichen Bus zu unserem Hotel genommen. Leider ist unserer Aufmerksamkeit der Stau entgangen, der genau auf unserem Weg lag und unsere Anreise entsprechend verzögerte. Im Ku’damm angekommen, machten wir uns mit Berliner Stadtkarte und meinem GPS auf dem Handy auf den Weg zum Hotel.

Nach einer Zeit des Herumspazierens bemerkte ich, dass wir im Kreis liefen und mein Handy in eine ganz andere Richtung zeigte. Kurz aber schmerzlos haben wir uns ein Taxi bestellt und sind dann zum Hotel gefahren. Okay, es war auch dunkel und da kommt’s oft vor, dass man sich versehentlich verirrt.

h10 berlin H10-Berlin

Endlich sind wir da…!!!! Das Hotel namens H10 liegt gleich beim Ku’damm und ist somit sehr zentral. Das Personal an der Rezeption ist auffallend freundlich. Der ganze Eingangsbereich besticht durch seine edle, grosszügige Lobby. Das Hotel liegt mitten in der Stadt, etwa fünf Minuten zu Fuß kommt man zum Bahnhof Zoo und für einen Mitternachtsimbiss steht das Vapiano gleich um die Ecke. Sehr empfehlenswert.

Da wir auf dem Flug kaum was zu essen bekamen, entschliessen wir uns im Vapiano einen Happen zu essen. Im vergleich zu unseren schweizer Preisen ist es schon ziemlich günstig hier. Nicht gerade die gesündeste Auswahl, aber die Pizza schmeckt hervorragend und auch das kühle Pils. Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt haben, ging’s dann auch gleich zu Bett, da wir hundemüde waren.

Am nächsten Morgen wurde ich bereits um 08:00 Uhr durch ein Klingeln meines Handy’s geweckt. “Guten Morgen – Wir sehen uns an der Parade, Gruss“ . Eine SMS von meinem Kollegen Udo, der zusammen mit seinem besten Freund Frank in einem VW Bus an der Parade mitfährt (Udo Lutz & Frank Christian Marx, bekannt aus dem erfolgreichen Sommerkomödie: “Männer zum Knutschen”).

Bis zur Parade hatten wir noch genügend Zeit um uns frisch zu machen und zu frühstücken. Das Frühstücks Buffet ist gedeckt mit vielen leckeren Brötchen, Fleischtafeln und Müslis. Da ich normalerweise wenig zum Frühstück esse, hab ich mich für ein Croissant und Lachs entschieden. Kaffee darf ebenfalls nicht fehlen 😉

h1o buffet h10 breakfast

Im Hinterhof haben wir es uns gemütlich gemacht, herzhaft zusammen gefrühstückt und über den Plan des Tages unterhalten. Im Hintergrund konnte man schon von Weitem den Beat von den Paradenwagen hören, die sich vorbereitet haben.

Nach dem Frühstück sind wir dann zurück in unser Zimmer, haben uns fein rausgeputzt und sind dann raus auf die Strasse. Beim Ku’damm, wo die Parade startet, waren bereits 100’000 fröhliche, buntgekleidete Menschen (Gays & Friends) anwesend und in Partystimmung. Punkt 14.00 Uhr ging’s dann los. 41 Party-Lastwagen waren in den Startlöchern und fuhren die Strasse entlang vom Kurfürstendamm-Ecke Joachimstalerstrasse (genau wo sich unser Hotel befindet) über Wittenberplatz, Nollendorfplatz, Lützowplatz, zum Grosser Stern, Strasse des 17.Juni bis hin zum Brandenburger Tor, wo schlussendlich das Pride Festival stattfindet. Wir standen direkt vorne an der Strasse und konnten uns all die schön dekorierten Lastwagen anschauen. Es war perfekt um Fotos/Videos zu schiessen, wie ihr hier sehen könnt.

(pride-videos folgt….)

Der Umzug zum Christopher Street Day ist eine mega Party, aber gleichzeitig auch eine Demonstration für Toleranz gegenüber Schwulen, Lesben und Transgendern. Das diesjährige Motto lautete: „Jede Stimme zählt! – Schluss mit Sonntagsreden. Demonstrieren! Wählen! Verändern!“

Daher waren auch viele politische Vereine mit dabei wie die FPB, die Grünen, die SPD sowie auch andere zahlreiche Organisationen von den L-Beaches, die schwulen Bären, Coming-Out Gruppen, Russische Gay-Vereine und viele mehr.

 csd berlin 2013 csd berlin 2013

Die Parade dauerte ca. zwei Stunden. Ab 16:00 Uhr startete das Programm beim Festival am Brandenburger Tor. Nachdem ich die Jungs vom „MzK“ an der Parade begrüsst habe, machte ich mich alleine auf dem Weg zum Festival. Lustigerweise erhielt ich eine weitere SMS, von einem Kollegen aus Zürich der ebenfalls in Berlin ist und sich mit mir treffen wollte. Gesagt, getan. Zu zweit machten wir uns auf den Weg zum Festival. Ich staunte nicht schlecht. Wo man(n) hinguckt, Einer schöner als der Andere und alle friedlich beisammen. Was man hier in Zürich leider nur wenig sieht und wenn, meist gruppiert.

csd berlin

Neben den zahlreichen Info- und Verkaufsständen gibt es ein abwechslungsreiches kulinarisches Angebot, wie man es auch hier in Zürich kennt. Die asiatische Küche, die einfach lecker schmeckt, neben all den zahlreichen Wurstständen. 😉 Für Unterhaltung sorgen einige Showacts wie Ella Endlich, Wilhelm Tell Me, Blondie Ink, Tangowerk und viele mehr. Es war eine friedliche Atmosphäre und ich genoss das Pride Festival bis am späten Abend. Einige wollten dann weiter um die Häuser ziehen. Ich entschied mich, zurück ins Hotel zu gehen um mich ein bisschen auszuruhen und mich dann später mit ihnen zu treffen.

Gegen 22:00 Uhr spürte ich so langsam die Müdigkeit, da ich schon den ganzen Tag unterwegs war und entschied mich, kurz was zu Essen zu holen. In der Lobby wurde ich dann von einem jungen Australier angesprochen, der ebenfalls hungrig war und sich in Berlin nicht auskannte. Ich schlug ihm vor, gemeinsam einen Bissen zu holen und machten uns auf den Weg. Der junge Mann heisst Ron und arbeitet als Primarlehrer in Sydney. Uns war nicht bewusst, dass einige Restaurants bereits um Mitternacht geschlossen haben bis wir, nach langer Sucherei, endlich ein kleines Italienisches Restaurant gefunden haben die noch Pizza’s zum Mitnehmen anbieten. Wir spazierten die Strasse entlang zwischen der Bleibtreustrasse und assen unseren Midnightsnack unterwegs, unterhielten uns über Gott und die Welt, bis wir wieder zum Hotel ankamen. Wir verabschiedeten uns vor dem Lift und gingen dann getrennt in unsere Zimmer.

Am nächsten Tag beschloss ich, Berlin zu entdecken und machte mich auf dem Weg. Man könnte den Sightseeing Bus nehmen, doch ich wollte nicht faul sein und ging deswegen zu Fuss. Berlin ist schon eine schwule Stadt, wenn ich das so sagen darf. Wo man hinguckt, attraktive Männer, Pärchen, Hand-in-Hand auf der Strasse und keiner macht irgendeine dumme Bemerkung. Da könnte sich Zürich gerne eine Scheibe davon abschneiden. Mir gefallen die Strassenschilder, die sind so schön und ausgeschrieben wie das Schönenberg Ufer oder die Bleibtreustrasse (ob hier auch treue Männer leben? hmm… wer weiss) oder die französische Strasse (da musste ich mir mein Grinsen verkneifen, wenn ihr wisst was ich meine… :).

berlinstreet französische strasse

Ich schlenderte auf einen Platz zu, zwischen dem Potsdamer Platz und Alexanderplatz, den Gendarmenmarkt, einer der schönsten Plätzen in Berlin. Jeden Sonntag befindet sich dort ein Antik- und Bücherflohmarkt. Selbstverständlich hab auch ich ein Buch gekauft und zwar eines, dass ich schon länger gesucht habe… mein Lieblingsstück von Shakespeare, „ein Sommernachtstraum“ für gerade mal 3 Euro.

me in berlinUnd so schön Berlin auch ist und ich noch nicht alle Plätze sehen konnte, war meine Zeit fast wieder vorbei, und so machte mich auf den Rückweg zum Hotel. Irgendwann traf ich auf Werner, der den Tag alleine verbracht hat und wir checken gemeinsam aus und machen uns auf den Weg zum Airport. Im Flugzeug schaute ich noch zum letztes mal aus dem Fenster und da wurde mir bewusst, wie sehr Berlin mich verzaubert hat und es fühlte sich tatsächlich so an, als wär ein Teil von mir irgendwo zwischen der Bleibtreustrasse und dem Brandenburger Tor sitzengeblieben und wartet darauf, dass ich wieder komme. Was ich ganz bestimmt auch bald tun werde. Und wenn mich jemand fragt, wie es in Berlin war… dann sag ich:

Ich hab mich verliebt…. in Berlin.

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